Samsung The Frame verwandelt den Fernseher in ein Wandbild – per Slim-Fit-Halterung bündig an der Wand, im Standby läuft der Art Mode mit eigenem Bilderkatalog.
Samsung The Frame ist keine eigenständige Marke, sondern eine Produktlinie des südkoreanischen Elektronikriesen Samsung Electronics, die seit 2017 auf dem Markt ist. Der Grundgedanke: Ein ausgeschalteter Fernseher ist ein schwarzes Loch an der Wand. The Frame löst das, indem er im Standby-Betrieb Kunstwerke, Fotos oder Grafiken anzeigt – überzeugend genug, dass Besucher keinen Fernseher, sondern einen gerahmten Druck vermuten. Das ist kein Marketing-Versprechen, sondern tatsächlich der technische und gestalterische Kern dieser Gerätereihe.
The Frame erscheint jährlich in aktualisierten Generationen und ist in Diagonalen von 32 Zoll bis 85 Zoll erhältlich. Alle Modelle nutzen QLED-Panels mit matter Oberfläche, die Reflexionen reduziert und die Darstellung von Kunstwerken realistischer macht. Der sogenannte Art Mode ist das Herzstück: Über den integrierten Samsung Art Store lassen sich lizenzierte Werke aus Museen und Galerien kaufen oder abonnieren – monatlich rund 5 €. Eigene Fotos lassen sich ebenso einspeisen. Ein Helligkeitssensor passt die Display-Helligkeit automatisch an das Umgebungslicht an, damit das Bild nicht wie ein leuchtendes Display wirkt. Die Slim-Fit-Wandhalterung ist entscheidend für die Optik: Das Gerät liegt nur wenige Zentimeter von der Wand entfernt, ein One-Connect-Box-Kabel führt alle Anschlüsse gebündelt ab. Wechselbare Rahmen in Holz- und Metalldekoren erlauben Anpassung an den Einrichtungsstil.
The Frame richtet sich an Endverbraucher, die Wohnästhetik und TV-Nutzung kombinieren wollen. Der Vertrieb läuft über Samsung.com direkt, über den Fachhandel (Media Markt, Saturn, Euronics) sowie über Online-Plattformen. Preislich liegt The Frame im Premium-Segment: Ein 55-Zöller kostet je nach Generation zwischen 900 € und 1.400 €, kleinere Modelle ab rund 700 €. Das Konzept konkurriert weniger mit klassischen OLED-Fernsehern als mit der Idee, einen Fernseher überhaupt sichtbar an der Wand zu haben. Zielgruppe sind Einrichtungsbewusste, Designaffine und alle, die ihr Wohnzimmer ohne schwarzen Kasten gestalten wollen.
Die matte QLED-Oberfläche überzeugt bei der Kunstdarstellung und reduziert Spiegelungen spürbar. Der modulare Rahmentausch ohne Werkzeug ist praxistauglich. Schwäche: The Frame ist kein Bild-Qualitäts-Champion – wer maximalen Kontrast und tiefes Schwarz will, greift zu einem OLED. Der Art Store verursacht laufende Kosten. Die Slim-Fit-Montage erfordert exakte Wandvorbereitung, bei Kabelführung in der Wand braucht man entweder einen Elektriker oder sichtbare Kabelkanäle.
The Frame lohnt sich für Wohnzimmer und Schlafzimmer, in denen der Fernseher tagsüber nicht läuft und trotzdem gut aussehen soll. Wer viel streamt und nebenbei Wert auf Raumwirkung legt, ist hier richtig. Wer den TV hauptsächlich für Sport oder Gaming nutzt und Bildqualität über Design stellt, sollte zu einem klassischen QLED- oder OLED-Modell ohne den Aufpreis für die Kunstfunktion greifen.