Das Wichtigste in Kürze
ARD- und ZDF-Mediathek direkt auf dem Smart TV
Die meisten modernen Smart TVs — ab Baujahr 2018 — haben die ARD-Mediathek und die ZDF-Mediathek als vorinstallierte Apps oder bieten sie im App-Store des jeweiligen Betriebssystems an. Der Weg hängt vom Hersteller ab:
- Samsung (Tizen OS): Apps-Menü öffnen, nach „ARD Mediathek“ oder „ZDF“ suchen, installieren. Beide Apps sind seit 2020 im Samsung App Store verfügbar.
- LG (webOS): LG Content Store aufrufen, Suche „ARD“ oder „ZDF“ — Installation dauert unter 2 Minuten.
- Sony / Philips (Google TV / Android TV): Google Play Store öffnen, App suchen und installieren. Auf Google TV-Geräten erscheinen Inhalte beider Mediatheken auch direkt in der systemweiten Suche.
- Hisense (VIDAA OS): App-Center öffnen — ARD- und ZDF-App sind dort gelistet, allerdings je nach Firmware-Version mit reduziertem Funktionsumfang.
Nach der Installation melden Sie sich mit einem kostenlosen ARD-Konto bzw. ZDF-Konto an, um Inhalte zu merken und geräteübergreifend weiterzuschauen. Die Anmeldung ist optional — ohne Konto sind alle Inhalte ebenfalls abrufbar.
Streaming-Sticks und -Boxen: Fire TV, Chromecast, Apple TV
Wer keinen Smart TV hat oder einen älteren Fernseher mit HDMI-Anschluss nachrüsten will, nutzt einen Streaming-Adapter. Alle verbreiteten Plattformen unterstützen ARD und ZDF:
| Gerät | App verfügbar | Besonderheit |
|---|---|---|
| Amazon Fire TV Stick (alle Generationen) | Ja, beide Apps | Alexa-Sprachsteuerung funktioniert für ARD und ZDF |
| Google Chromecast mit Google TV | Ja, beide Apps | Inhalte in systemweiter Suche sichtbar |
| Apple TV (4K, HD) | Ja, beide Apps | Siri-Suche findet Sendungen in beiden Mediatheken |
| Nvidia Shield TV | Ja, über Play Store | Unterstützt 4K-Streams wo verfügbar |
| Roku | Eingeschränkt (nur ZDF) | ARD-App fehlt im Roku Channel Store (Stand 2024) |
Die Installation läuft bei allen Geräten über den jeweiligen App-Store: Store öffnen, App suchen, installieren, App starten. Der gesamte Vorgang dauert selten länger als 5 Minuten.
ZDF-Mediathek und ARD-Mediathek per Browser am TV
Einige Smart TVs — vor allem ältere Modelle mit eingebautem Browser — erlauben den Zugriff über mediathek.ard.de bzw. zdf.de/serien-und-filme/mediathek direkt im Webbrowser des Fernsehers. Die Wiedergabe funktioniert, ist aber oft träge und unterstützt keine Vollbildsteuerung per Fernbedienung. Nutzen Sie diesen Weg nur, wenn keine native App verfügbar ist.
Casting vom Smartphone oder Tablet auf den Fernseher
Haben Sie ein Android-Smartphone oder iPhone, können Sie Inhalte aus der ARD- oder ZDF-App auf den Fernseher übertragen — ohne dass der TV selbst eine App braucht:
- Chromecast (Google Cast): Cast-Symbol in der ARD- oder ZDF-App antippen, Chromecast-Gerät oder kompatiblen Smart TV auswählen. Die Wiedergabe läuft dann direkt vom Server zum TV — das Smartphone dient nur als Fernbedienung.
- AirPlay (Apple): In der ARD- oder ZDF-iOS-App das Teilen-Symbol antippen, AirPlay wählen, Apple TV oder AirPlay-2-fähigen Smart TV auswählen. Funktioniert ab iOS 12.
- Samsung Smart View / LG ThinQ: Herstellereigene Cast-Funktionen, die in Einzelfällen schneller verbinden als Standard-Cast.
Beim Casting läuft die Wiedergabe stabil, auch wenn Sie das Smartphone zwischendurch sperren — anders als bei einfacher Bildschirmspiegelung (Screen Mirroring), die die Prozessorleistung des Phones dauerhaft belastet.
Bild- und Tonqualität: Was die Mediatheken liefern
ARD und ZDF streamen reguläre Sendungen in HD (1080p) mit Stereoton. Ausgewählte Eigenproduktionen — darunter Teile des „Tatort“ und ZDF-Serien — sind in 4K mit HDR10 abrufbar, sofern Ihr Gerät und Ihre Internetverbindung es unterstützen. Als Mindest-Bandbreite empfiehlt die ARD 6 Mbit/s für HD, 25 Mbit/s für 4K-Inhalte.
Audiodeskription für Sehbehinderte und Untertitel sind in beiden Mediatheken für die meisten Inhalte verfügbar — aktivierbar über das Player-Menü während der Wiedergabe. Gebärdensprachvideos bietet die ARD für ausgewählte Nachrichtensendungen an.
Verfügbarkeit und Rechtebeschränkungen
Nicht alle Inhalte stehen unbegrenzt zur Verfügung. Spielfilme, Sportrechte und internationale Serienlizenzen unterliegen Ausstrahlungsrechten — sie werden nach einer bestimmten Frist aus der Mediathek entfernt. Eigenproduktionen beider Sender stehen oft 12 Monate oder dauerhaft bereit.
Aus dem Ausland ist der Zugriff auf beide Mediatheken gesperrt (Geoblocking). Ein VPN-Dienst mit deutschem Server umgeht diese Sperre technisch — ob das den Nutzungsbedingungen der Mediatheken entspricht, ist rechtlich nicht abschließend geklärt. Informieren Sie sich gegebenenfalls bei einem Rechtsanwalt, bevor Sie diesen Weg nutzen.
Welches Setup passt zu welcher Situation
Entscheiden Sie anhand dieser Kriterien:
- Smart TV ab Baujahr 2020: Native App installieren — das ist der stabilste und schnellste Weg.
- Älterer TV mit HDMI: Fire TV Stick 4K (ca. 50 €) oder Chromecast mit Google TV (ca. 70 €) nachrüsten. Beide unterstützen ARD und ZDF vollständig.
- Apple-Haushalt: Apple TV 4K (ca. 150 €) für nahtlose AirPlay-Integration und Siri-Suche über alle Apps hinweg.
- Gelegentliche Nutzung: Casting vom Smartphone reicht — kein zusätzliches Gerät nötig, solange TV und Phone im selben WLAN sind.